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 Sven Neuendorf vor Heim-Comeback

„Wir sind unseren Fans etwas schuldig“ 

neuendorf finsterwalde

Nach 126 Tagen Verletzungspause kehrte Sven Neuendorf beim Auswärtsspiel in Finsterwalde erstmals wieder in den Kader zurück. Nach dem er nun in dieser Saison vier Punktspiele bestritt und dort nur einen Sieg feiern konnte, will er am kommenden Samstag die Bilanz polieren. Im Interview erzählt er, wie fit er schon wieder ist, was man vom Rückrundenstart mitnehmen kann und was dringend verbessert werden muss. Mehr...

zurawski 2016

Sven, nach 18 Wochen Pause warst du am Wochenende wieder zurück auf dem Feld. Wie war das Gefühl, endlich wieder dabei zu sein?
Neuendorf:
 Ich war ehrlich gesagt etwas angespannt vor dem Spiel. Ich hatte zu dem Zeitpunkt erst drei Wochen trainiert und wusste nicht genau, wie sich die Belastung eines Spiels auswirkt. Zudem habe ich in der Hinrunde fast alle Spiele gesehen und bemerkt, dass es nicht wirklich gut gelaufen ist. Ich wollte also unbedingt helfen, die Mannschaft wieder nach vorn zu bringen. Ich habe dennoch versucht, mir die Anspannung nicht anmerken zu lassen.

Wie fit bist du schon wieder? Wo ist noch Bedarf?
Neuendorf:
 Meine Verletzung ist soweit gut auskuriert und ich fühle mich soweit fit. Eine kleine Schwäche sehe ich derzeit noch in der Ausdauer. Das wird sich aber in den nächsten Wochen auch wieder zur alten Form entwickeln. 

Gegen Finsterwalde gab es schon die sechste Niederlage der Saison. Dennoch gab es auch positive Aspekte im Spiel...
Neuendorf:
Natürlich gab es gegen Finsterwalde viele positive Aspekte. Wir sind mit einem dezimierten Kader angereist und hatten in den letzten Wochen starke Motivationsprobleme. Die Moral der Mannschaft war echt im Keller und ich war durchaus erschrocken als ich zurück in die Mannschaft kam. Unsere Aufgabe war nun, endlich wieder als Mannschaft aufzutreten und zu unserem gewohnten Kampfgeist zurück zu finden. Uns war klar, dass es gegen Finsterwald schwer wird zu gewinnen aber wir wollten unbedingt wieder als Mannschaften auftreten und die Sorgen der letzten Monate endlich hinter uns lassen.

Warum hat die Mannschaft in der zweiten Hälfte plötzlich den Faden verloren?
Neuendorf:
 In der zweiten Hälfte haben wir uns das Leben schwer gemacht. Die Blaue Karte von Matthias und die Rote Karte von Nils haben den Kampfgeist etwas gedrückt. Zudem haben wir uns sehr viel mit den Schiedsrichtern beschäftigt und die Fehlentscheidungen einfach zu sehr an uns ran gelassen. Klar haben die beiden wirklich ein miserables Spiel geleitet und sehr viele Entscheidungen zu unseren Ungunsten getroffen, dennoch müssen wir da als Mannschaft anders handeln und uns auf uns konzentrieren. Das wird definitiv auch eine Aufgabe für die nächsten Spiele. Wir müssen lernen, die Schiedsrichter einfach auszublenden und unser Spiel zu spielen.

Fotogalerie Sven Neuendorf

Jetzt geht’s gegen Guben. Da kommen natürlich die Erinnerungen an einen dramatischen Saisonauftakt wieder hoch. Ein sehr intensives Spiel zweier Mannschaft, die sich am Ende mit 22:22 die Punkte teilten. Wie wird es diesmal?
Neuendorf: 
Klar, man vergisst ein solches Hinspiel nicht. Nach so einem Spiel mit nur einem Punkt wieder nach Hause zu fahren, ist ärgerlich. Allerdings ändert es nichts an der Tatsache, das Guben jetzt ins Wolfsrevier kommt. Wir sind mega heiß, haben alle wieder die nötige Motivation und Lust am Spiel erlangt und wollen Guben natürlich vor heimischen Publikum besiegen. Wir haben die Fehler aus Finsterwalde analysiert und uns im Training gut vorbereitet und ich denke, es wird ein spannendes und gutes Spiel, mit einem sportlich glücklichen Ausgang für uns.

Wir gingen am 1. Spieltag minimal als Favorit ins Spiel, hatten in der Vorsaison beide Partien gewonnen. Aufgrund des Saisonverlaufs dürfte die Rollenverteilung am Samstag anders sein. Ein Vorteil?
Neuendorf:
 Ich glaube, dass viele Mannschaften verfolgt haben, dass bei uns der Wurm drin ist. Deshalb glaube ich auch, dass Guben uns ein wenig unterschätzt. Wenn wir von Sekunde eins an völlig heiß, engagiert und mit dem nötigen Selbstvertrauen in das Spiel starten, könnten wir Guben überraschen und uns somit einen kleinen Vorteil schaffen. Aber egal, wie taktisch man im Vorfeld darüber denkt, am Ende entscheidet die Mannschaft aufgrund der Leistung und der Bereitschaft zu gewinnen, wie das Endergebnis aussehen wird.

Was wird das Rezept sein, um am Ende als Sieger vom Feld zu gehen?
Neuendorf: 
Ein taktisches Rezept werde ich jetzt nicht ausgeben aber eins ist sicher, wenn wir als Mannschaft agieren, viel Bereitschaft und Leidenschaft zeigen und wieder mit Herz Handball spielen, bin ich sicher, dass wir gewinnen werden.

Der Trainer kassierte am Wochenende erst die Rote Karte, die dann zur Blauen umgewandelt wurde. Heißt: Er dürfte gegen Guben auch nicht als Coach auf die Bank. Wie groß wird dieser Nachteil?
Neuendorf:
 Die Blaue Karte und somit die Sperre für Matthias ist wirklich doof gelaufen. Wir haben am Dienstag beim Training darüber gesprochen und die Geschehnisse ausgewertet. Matze tat und tut es unendlich leid aber wir können es nicht ändern. Wir haben mit Elmar unseren Co-Trainer auf der Bank, der natürlich im Vorfeld mit Matze alles Taktische besprechen wird. Elmar hat ebenso viel Erfahrung und wird uns definitiv genauso auf das Spiel vorbereiten und während des Spiels mit allen Mitteln zur Verfügung stehen, wie es Matze sonst macht. Wir müssen den Kopf frei bekomme  und müssen auch diese Sperre ausblenden. Immerhin spielen wir zu Hause.

Im Falle einer Niederlage wäre das die fünfte in Folge. Das ist ziemlich ungewohnt für den MTV. Woran hakt es zurzeit?
Neuendorf: 
Über eine Niederlage im nächsten Spiel möchte ich jetzt gar nicht reden. Wir denken positiv und geben 100 Prozent. Bei einem negativen Ausgang des Spiels für uns, stehe ich danach gern für diese Frage nochmal zur Verfügung.

Wie geht man mit dieser Misere am besten um?
Neuendorf:
 Klar haben wir einige Spiele verloren, zum Teil sehr unglücklich und zum Teil durch wirklich schlechte Leistung. Das müssen wir jetzt einfach hinter uns lassen und uns auf die folgenden Herausforderung konzentrieren.

Ein Sieg gegen Guben wird garantiert nicht leicht. Er könnte aber hingegen auch ziemlich befreiend wirken oder?
Neuendorf:
 Ein Sieg gegen Guben bringt den Knoten zum Platzen und genau da wollen wir als Mannschaft hin. Wir haben auch unseren Zuschauern und Fans einiges zurück zu geben und wieder gut zu machen. Das ist unsere Aufgabe als 1. Männermannschaft und Aushängeschild des Vereins.

Im Vorjahr war zur Mitte der Rückrunde die Luft raus. Was kann man in dieser Rückrunde von den Wölfen noch erwarten?
Neuendorf:
 Wir wollen in dieser Saison zur Rückrunde nochmal richtig durchstarten. Wir sind alle heiß, haben gut trainiert und auch die nötige Kraft, um in der Rückrunde nochmal richtig durchzustarten. Für das Wochenende wünsche ich mir natürlich eine voll Halle und die Unterstützung der Fans. Wir dürfen uns nicht aufgeben, aber unsere Fans auch nicht. Wir haben einen schönen sportlichen Samstag vor uns mit drei Erwachsenenmannschaften. Es wird ein tolles Handballwochenende mit hoffentlich sehr guten Ergebnissen. Ich persönlich freue mich sehr, nach meiner Verletzung endlich wieder in eigener Halle auflaufen zu können. Das wird sicher ein Gänsehautmoment.

Zum Schluss: Dein Tipp für Samstag.
Neuendorf:
 Eigentlich bin ich keiner, der im Vorfeld Tipps abgibt, aber in diesem Fall mache ich eine Ausnahme und tippe auf Sieg für den MTV. Egal wie hoch dieser ausfallen wird, wir werden am Ende des Spiels zwei Punkte haben.

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