Saisonspiele 2023/24

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Mega-Auftritt gegen Bad Freienwalde

Von wegen Zittern – Platz 6

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Die Wünsdorfer Wölfe haben die Saison in der Brandenburgliga auf dem 6. Platz abgeschlossen. Am letzten Spieltag erspielte der MTV einen überzeugenden 30:17-Sieg über den SV Jahn Bad Freienwalde und überholt damit noch den HSV Wildau auf der Ziellinie. Mehr... 

von Conrad Hipp
Fotos: Julia Baumann

Die Sonne erstrahlte über dem Parkplatz der Paul-Schumann-Halle, ein rauchiger Kohlegeruch verteilte sich in der Luft. Schon früh vor dem Spiel wurde vor der MTV-Arena der Grill entzündet – schon dort das erste Feuer entfacht. Das wollten die Wölfe dann auch auf dem Feld tun. Gegen den SV Jahn Bad Freienwalde stand ein intensiver und kampfstarker Gegner auf dem Spielplan. Für die Wölfe ging es um die Absicherung von Platz 7, wahrscheinlich wäre sogar Platz 6 drin. Der Tabellennachbar HSV Wildau musste zur HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst. Die HSG wollte sich in Sachen Meisterschaft nicht mehr die Butter vom Brot ziehen lassen, war also voll auf Sieg eingestellt gegen den HSV.

Und der MTV? Der stellte ebenfalls auf Sieg, wollte nach einer abwechslungsreichen Saison die erste Spielzeit nach dem Aufstieg nun positiv zu Ende bringen.

Das Spiel beginnt mit einem intensiven Abwehrverhalten auf beiden Seiten. Die Angriffe dauern lange, beide Offensiven müssen sich erst einmal sortieren gegen gut strukturierte Abwehrreihen. Nach wenigen Minuten ist der MTV aber schon deutlich besser in der Partie als der Gegner. Den Gästen aus Bad Freienwalde fehlt in der Anfangsphase das Wurfglück. Beim Stand von 4:1 haben die Kurstadt-Handballer bereits vier Fehlwürfe auf dem Konto, drei davon landen an Pfosten oder Latte. Die Wölfe hingegen sind schon früh im Spiel sehr präsent. Als Erik Klaus am Kreis den Pass empfängt, wird er von zwei Gegnern festgemacht und soll am Wurf gehindert werden. Klaus gelingt aber noch hinter dem Rücken der Pass auf die Außenposition. Dort ist Max Hawaleschka völlig frei, netzt zum 6:2. Ein sehenswerter Angriff, der einen bösen Beigeschmack hat. Denn: Beim Wurf von Hawalaschka stürzt Bad Freienwaldes Marc Hieronimus ohne Chance auf den Ball in den MTV-Werfer hinein, fährt ihm im Flug hüfthoch in die Parade. Das Schiedsrichtergespann entscheidet nach kurzer Beratung auf eine Zeitstrafe gegen Hieronimus. Damit ist er mehr als gut bedient. Auch eine frühe Rote Karte wäre hier im Rahmen des Verständlichen gewesen.

mtv jahn kaleunDie Gäste haben weiterhin Probleme, offensiv stattzufinden. Die Wölfe-Abwehr steht gut sortiert und macht gute Wurfchancen zur Mangelware. Im Tor glänzt zudem Fabian Kaleun, der in der 18. Minute bereits seine sechste Parade auf seinem Zettel notiert. Nach dieser gönnt er sich einen Fehlpass über drei Meter auf Bad Freienwaldes Chris Mattias, der zum 8:3 trifft. Es sollte der einzige schwarze Fleck auf der sonst weißen Liste bleiben. Nach dem Spiel scherzt Teamkollege Rudi Schulz auf Instagram, schreibt zu dem Video des Fehlpasses: „Trotz dieser Torhüterleistung gewonnen“. Kaleun kann drüber lachen, die Bilanz der ersten Hälfte spricht deutlich für ihn. Acht von 12 Würfen aus dem Feld, die aufs Tor kommen, verweigert er den Zugang zum Tor. Eine Mega-Quote!

Kurz vor der Pause ist es wieder Klaus, der erneut am Kreis festgemacht wird, den Ball aber wieder nach außen bekommt. Diesmal trifft Andy Strube – 12:5 (26.). Bei den Gästen macht sich etwas Frust breit. Als Bad Freienwalde kurz vor der Pause einen Siebenmeter bekommt, soll Nils Barsch für diesen ins Wölfe-Tor. Der bittet den Schützen Chris Mattias kurz um den Ball, um etwas Gefühl und Grip an die Finger zu bekommen. Ein gewöhnlicher Vorgang zwischen Keeper und Werfer. Sieht Mattias nicht so und verweigert Barsch kurzerhand den Ballkontakt – unnötig!

Mit einem Stand von 14:6 werden die Kurstädter in die Kabine geschickt. Die Wölfe spielen defensiv eine ihrer besten Halbzeiten der Saison, lassen dem Gegner bisher gar keinen Zugriff zum Offensivspiel. Der MTV kann sich so selbst elf Fehlwürfe in Hälfte eins erlauben – ohne groß damit aufzufallen.

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Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe – SV Jahn Bad Freienwalde 14:6

Zu Beginn der zweiten Hälfte hat der SV Jahn ein bisschen was zu begradigen. Sichtlich gewillt kommt das Team aus der Kabine, probiert es sofort mit Druck. Klar ist: Wenn hier noch was gehen soll, darf nicht viel Zeit ins Land gehen, um den Vorsprung wegzuknabbern, schließlich sind es schon stolze acht Tore. Und bei denen bleibt es auch erst einmal, weil der MTV weiterhin dagegenhält und die Spielkontrolle nicht abgibt. Gegen die starke Wünsdorfer Abwehr fehlt den Kurstädtern das richtige Rezept, um dagegen anzukommen.

mtv jahn kubaDazu läuft es einfach beim MTV. Als parallel zu einem Fehlwurf aus dem Rückraum Klaus am Kreis den Halt verliert, landet der Abpraller zufällig direkt in seinen Finger. Am Boden sitzend passt er auf den freien Strube, der von außen zum 19:11 trifft (41.). Der MTV feiert diese Treffer mit einer Mentalität, die auch dem Gegner vermittelt, dass diese Aufgabe heute einfach zu groß ist. Die Wölfe im letzten Heimspiel bissig und höchst fokussiert. Der stark aufgelegte Hawaleschka trifft nach 48 Minuten zum 22:12 und macht den Vorsprung damit erstmals zweistellig. Stark: Hawaleschka erzielt sieben Tore im Spiel, erlaubt sich nur einen Fehlwurf. Eine Quote von 87,5 Prozent. 

In der Schlussphase wird im Tor nochmal gewechselt. Carlo Paeschke und Alexander Volz dürfen noch ihre letzten fünf Minuten in dieser Saison spielen, zeigen beide jeweils nochmal eine starke Parade. Spielentscheidend ist das allerdings längst nicht mehr. Zu guter Letzt muss Bad Freienwalde auch das Mini-Ziel, unter zehn Toren Rückstand zu bleiben, begraben.

Kurz vor dem Ende in Wünsdorf ist bereits in Ahrensdorf Schluss. Die HSG bezwingt Wildau mit 37:26. Bei den Wölfen ertönt beim Stand von 30:17 die Sirene unter Standing Ovations der gut gefüllten Wünsdorfer Paul-Schumann-Halle. Die Wölfe sind im Partymodus. Vor dem Spiel in Oranienburg vor zwei Wochen hatte das Rudel noch Sorgenfalten im Fell, jetzt beendet man die erste Saison nach dem Aufstieg auf einem starken und stolzen sechsten Platz.

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Wünsdorfer Wölfe – SV Jahn Bad Freienwalde 30:17 (14:6)

Wünsdorfer Wölfe: Kaleun, Barsch, Paeschke, Volz – Hawaleschka 7, Seifert 7, Pawlicki 7 (4/4), Klaus 4 (1/1), Vogel 2, Strube 2, D. Becker 1, Wendland (0/1), Vikhrov, Gröpler
SV Jahn Bad Freienwalde: Schulze, Kasper – C. Mattias 7 (2/2), Gollung 3, Rompe 2, Block 2 (0/1), Kowalkowski 1, Hieronimus 1, Simon 1, M. Mattias, Krack, Schulz, Heidemann
Schiedsrichter: Mathias Jeschke/Alexander Zart

Gelbe Karten: Vikhrov, Klaus – Hieronimus, Th. Mattias (Bank)
Zeitstrafen: 5:10 (2x D. Becker, Seifert, Pawlicki – 3x Block, 2x Hieronimus, 2x Ch. Mattias, 2x Gollung, Simon)
Rote Karten: Markus Block (Bad Freienwalde/57. wegen dritter Zeitstrafe)

Wurfquote: 30/47 (63,8%) – 17/42 (40,5%)
Siebenmeter: 6/7 (85,7%) – 2/3 (66,67%)

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