Wölfe bei Twitter

Carlo Hirsing im Interview

„Es bringt nichts, an den letzten Sonntag zu denken“

hirsing luckenwaldeCarlo Hirsing (20) hütet gegen die OSG Fredersdorf-Vogelsdorf allein das Tor der Wölfe. Dabei steht die große Unbekannte der Liga auf dem Programm. Im Interview erzählt er, mit was für einem Gegner er rechnet, wie er den Abgang von Stefan Wagner wahrgenommen hat und wie das Spiel heute ausgehen wird. Mehr...

Carlo, am Wochenende wartet mit Fredersdorf/Vogelsdorf ein Gegner, den mal überhaupt nicht einschätzen kann. Auf was für ein Spiel bereitest du dich vor?
Hirsing: Auf ein anstrengendes auf jeden Fall. Die können mit Sicherheit auch Handball spielen und stehen auf Platz 7 auch nur zwei Plätze hinter uns. Zudem haben sie zum Saisonbeginn auch einige Spieltage vor uns gestanden.

Nils ist aus privaten Gründen verhindert, du musst allein die Box hüten. Was ist an solchen Spieltagen anders als wenn man zu zweit oder gar zu dritt ist?
Hirsing: Naja, man ist halt alleine (lacht). Ich krieg das schon hin.

Ist der Druck höher, weil man auf keinen Fall einen schlechten Tag haben darf?
Hirsing: Es darf halt nichts passieren, sonst muss ein Feldspieler ins Tor. Ansonsten ist der Druck nicht viel höher, weil man ja immer sein Bestes geben will. Ob da jetzt noch ein zweiter Torhüter auf der Bank sitzt oder nicht.

Die vergangenen Ergebnisse waren eigentlich gut, dann kam die Reise nach Luckenwalde. Wie muss man so ein Spiel und dieses Ergebnis einsortieren?
Hirsing: Wir hätten das Spiel auch gewinnen können – oder gewinnen müssen. Sportlich hatten wir da keinen guten Tag und wenn man sich gerade wieder aufrappeln will und dann wieder nur zu fünft auf der Platte ist, wird es schwierig. Dennoch hätten wir das Ding gewinnen sollen. Zum Rest, was da in der Halle abging, sage ich besser nichts.

Fotogalerie - Carlo Hirsing

Hat die Mannschaft das Ding am Samstag komplett wegsortiert oder ist es noch in den Köpfen?
Hirsing: Müssen wir! Am Samstag wartet ein neuer Gegner und eine komplett neue Aufgabe. Es bringt nichts, da noch an den vergangenen Sonntag zu denken.

Wie zufrieden bist du sonst mit der bisherigen Saison? Persönlich und mannschaftlich...
Hirsing: Persönlich war der Start der Saison mit drei Torhütern für mich etwas holprig. Mannschaftlich kann die Truppe insgesamt einfach noch mehr aus sich rausholen und das müssen wir zeigen. Wenn wir uns in dem einen oder anderen Spiel auf ein paar wesentliche Sachen konzentriert hätten, wären vielleicht ein paar Punkte mehr da.

Du hast es grad schon angesprochen, dass ihr im Tor zum Saisonbeginn zu dritt wart. Mit Stefan Wagner kam ein neuer Torhüter, der viel Erfahrung mitbrachte, aber lange Zeit nicht spielte. Nach drei Ligaspielen verkündete er aber wieder seinen Abschied, will nochmal höhere Aufgaben bewältigen. Wie hast du das wahrgenommen, als er euch das mitgeteilt hat?
Hirsing: Ich war etwas überrascht, weil er ja wirklich nur eine kurze Zeit hier war. So wie Matthias uns das nach dem Spiel im Spreewald aber erläutert hat, ist es sportlich nachvollziehbar.

Was hat sich dadurch für dich verändert?
Hirsing: In dem Sinne gar nicht viel. Ich war bis zum Sommer auch mit Nils zu zweit im Tor. Jetzt sind wir es wieder. Man hat aber ein paar neue Erkenntnisse gewinnen können durch Stefans Zeit hier.

Als Torhüter bist du der Rückhalt einer bisher sehr starken Abwehr. Welche Rolle spielt man da hinten als Torhüter hinter so einer soliden Deckung?
Hirsing: Ich mache das, was ich zu tun habe und das was mir Spaß macht und wenn das alle machen, kommt eben so eine gute Deckung heraus, wie wir sie momentan zeigen.

Was würdest du gern bei deinen Vorderleuten noch mehr sehen. Was muss besser werden?
Hirsing: Momentan kann ich da eigentlich nicht meckern. Wir spielen schon eine gute Abwehr. Ein paar Kleinigkeiten gibt es immer, aber das ist normal.

Und bei dir selbst?
Hirsing (lacht): Mach mal die nächste Frage.

Mit Sven und Becks haben wir zwei Ausfälle, die noch länger fehlen werden. Was verändert das insbesondere in der Abwehrarbeit?
Hirsing: Da wir sehr breit aufgestellt sind, verändert sich erstmal nur wenig. Aber Fakt ist auch, dass es nicht schön ist, wenn sie nicht da sind. Derzeit können wir qualitativ fast eins zu eins tauschen. Aber jeder, den man in die Abwehr stellen kann, bietet natürlich auch Flexibilität und immer wieder neue Impulse in der Abwehr. Es wäre schöner, wenn sie beide wieder da wären.

Zum Schluss noch der Blick in die Glaskugel. Wie lautet der Endstand nach 60 Minuten Wünsdorf gegen Fredersdorf/Vogelsdorf und wie viel Bälle hält Carlo Hirsing?
Hirsing: Du stellst Fragen. 25:20 gewinnen und ich halte 69 Bälle (lacht).