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18 Minuten ohne Gegentor!

Wölfe zeigen Abwehr-Gala gegen Schlaubetalmtv schlaubetal

Die Wünsdorfer Wölfe haben am 3. Spieltag der Verbandsliga Süd ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Das Team von Trainer Ferenc Rems gewann gegen den Meisterschaftskandidaten HSG Schlaubetal und legte dabei eine beeindruckte Performance und ein erstaunliches Ergebnis hin. Am Ende stand ein 23:11 auf der Anzeigetafel. Mehr... 

Nach dem starken Saisonstart der Wölfe mit dem Drama-Sieg in Trebbin (26:25) und der Gala gegen Luckenwalde (30:15) stand für die Wölfe diesmal zwar kein Derby auf dem Zettel, dafür aber ein echter Klassiker. Wünsdorf gegen Schlaubetal. Vor einigen Jahren ein heißes Duell um den Aufstieg in die Brandenburgliga und zuletzt eher eine Begegnung, in der die HSG als Favorit ins Spiel ging. So auch diesmal. Schließlich hatte die HSG zum Saisonstart offiziell das Ziel Aufstieg in die Brandenburgliga ausgerufen und kam in den vergangenen Spielzeiten immer deutlich vor dem MTV ins Ziel.

Das letzte Aufeinandertreffen ist aber, wie so viele Duelle, viel zu lange her. Im Februar 2020 gewann die HSG mit 28:21 in eigener Halle. Das letzte Duell in der Paul-Schumann-Halle konnten die Wölfe im Mai 2019 für sich entscheiden (32:28).

Die Wölfe sagen Danke und auf Wiedersehen

Vor dem Spiel wurde es erst einmal emotional. Ex-Trainer Matthias Wehlmann wurde Danke gesagt. Der Aufstiegstrainer von 2017 übergab im Sommer das Zepter an Ferenc Remes. Nach fünf Jahren als Wölfe-Coach wurde Wehlmann noch einmal für die überragende Landesliga-Aufstiegssaison 2016/17, in der dem MTV eine Saison mit 20 Siegen aus 20 Spielen gelang, und seine Zeit beim MTV gefeiert. Wehlmann bleibt dem Verein als Spieler der 2. Mannschaft und Schiedsrichter erhalten. Außerdem will er künftig die Nachwuchstrainer unterstützen.

Auch auf Wiedersehen mussten die Wölfe sagen. Moritz Schränkler verlässt den MTV nach eineinhalb Jahren aus beruflichen Gründen wieder. Durch die Corona-Pandemie konnte Schränkler in nicht sehr vielen Spielen sein Können zeigen, brachte sich aber durch sein ehrenamtliches Engagement außerhalb des Spielbetriebs innerhalb der Pause wertvoll ein für den Verein. Kurz nach seinem Start in Wünsdorf unterstützte er den Verein bei der Sponsorenbetreuung. Jetzt zieht es ihn weiter.

Abwehr-Gala in der Wölfe-Arena

Dann wird Handball gespielt. Und wie. Erwartungsgemäß schenken sich beide Teams nichts. Eine intensive Anfangsphase, in der keine Mannschaft der anderen den Vortritt lassen will. Zwölfeinhalb Minuten vergehen – fünf gelbe Karten und zehn Tore (5:5) sind bis dahin notiert. Dann gönnen sich beide Teams eine kurze Findungsphase, in der gerade offensiv nicht viel passiert. Phrasenschwein-Fans würden behaupten, das Spiel lebt in dieser Phase von der Spannung. Fast sieben torlose Minuten, dann haben die Wölfe die Partie im Griff – und geben der HSG nur noch wenig Zugriff zum Spiel.

mtv schlaubetal abwehrDie MTV-Abwehr zieht die Zügel an, so dass der HSG nicht viel einfällt. Die personell leicht dezimierte Truppe aus Müllrose findet gegen die Konsequenz der Wünsdorfer Abwehr keine Lösungen. Immer wieder werden die Offensivspieler zu Abspielfehlern gezwungen. Dazu schalten die Wölfe schnell um, können sich sogar noch einige wenige vergebene Konterchancen erlauben. 28. Minute: Wieder gewinnen die Wölfe über die Mitte einen Ball, Paul Gröpler bedient mit einem langen Pass Max Hawaleschka, der trifft zum 11:5. Nur 25 Sekunden wiederholt sich dieser Ablauf nahezu identisch.

Schlaubetal darf erst kurz vor der Pause nochmal. Per Siebenmeter trifft Torsten Feickert zum 12:6. Schlaubetal beendet damit eine Durststrecke von satten 18 Minuten (!), in denen kein Tor gelang. Der Wünsdorfer Abwehrriegel war für die HSG in Hälfte eins nicht zu knacken. Wie schon gegen Luckenwalde eine Woche zuvor bot die Abwehr nicht viel Platz für vernünftige Angriffe. Dahinter war Carlo Hirsing mit einer erneut starken Quote von 50 Prozent aus dem Feld ein starker Schlussmann. Trainer Ferenc Remes war dementsprechend erfreut: „Das war ganz stark. Die Mannschaft hat eine unglaubliche Mentalität.“

Halbzeitstand: Wünsdorf – Schlaubetal 12:6

Auch in der zweiten Halbzeit steht das Abwehrbollwerk der Wölfe. Schlaubetal kommt zwar mit Tempo aus der Kabine und ist engagiert, aber der MTV schafft es, die Bemühungen schon im Keim zu ersticken. Aber auch beim MTV läuft nicht alles nach Plan. In der Offensive schleichen sich einige Fehler ein. Konter werden nicht sauber zu Ende gespielt, die Fehlwurfquote ist in dieser Phase höher als im Rest des Spiels. Durch die starke Abwehrleistung bleiben die Fehler aber unbestraft.

Nach dem Tor zum 14:9 in der 35. Minute verriegelt Wünsdorf erneut für lange Zeit den Kasten. Den nächsten Treffer erzielt die HSG erst in der 48. Minute – da steht es dann bereits 18:10. Die Punkte sind längst vergeben, die Idee, den Schlaubetaler Knoten zum Platzen zu bringen, bleibt aus. In den Schlussminuten setzen die Wölfe Moritz Schränkler noch mal sehenswert in Szene, der kann sich so mit zwei Treffern verabschieden. Die Wölfe kassieren nach sechs Toren in Hälfte eins in der zweiten sogar nur fünf. Wieder macht dabei die Abwehr gute Torabschlüsse sehr schwer. Auch Alexander Volz, der in der zweiten Halbzeit das Tor hütet, macht wie Hirsing eine sehr gute Figur. Remes lobt: „Die Torhüterleistung war wieder sehr gut.“

Die Wölfe feiern am Ende einen 23:11-Erfolg. In der Offensive hätte die Torausbeute sogar noch höher ausfallen können. Aber Mängel sind bei diesem Spielverlauf und dem Ergebnis wohl nur heiße Luft. Die Wünsdorfer Abwehr zumindest setzt ein nächstes Ausrufezeichen. Nach nur 15 Gegentoren gegen Luckenwalde gibt es gegen Schlaubetal nur elf. 26 Gegentreffer in zwei Spielen – eine riesige Quote. Remes: „Jetzt müssen wir weiterarbeiten.“

Weiterarbeiten muss auch die HSG. Nach dem Auftaktsieg gegen Belzig vor zwei Wochen gibt es jetzt einen dicken Dämpfer im Projekt Meisterschaft. Denn: Auch wenn der Kader nicht komplett besetzt war, boten die Müllroser (2018/19 Dritter, 2019/20 Vierter) gerade in der Offensive viel zu wenig an.

So treibt sich der MTV in den Gefilden der Tabelle rum, in denen Schlaubetal gern schwimmen würde. Früh in der Saison genießt Wünsdorf Platz 1. Punktgleich mit den ebenfalls ungeschlagenen Dahlewitzern, die am 2. Oktober zum direkten Vergleich nach Wünsdorf kommen. Vorher steht für die Wölfe aber noch die Reise zum HC Spreewald II auf dem Zettel. Dort gilt es, die Euphorie weiter aufrecht zu erhalten und den nächsten Schritt zu machen.

Wünsdorf – Schlaubetal 23:11 (12:6)

Wünsdorfer Wölfe: Hirsing,Volz – Pawlicki 10 (4/4), Hawaleschka 5, Schränkler 2 (1/1), Gröpler 1, Klaus 1, Neuendorf 1, P. Engel 1, Vogel 1, N. Seegebrecht 1, Schulz, Vikhrov, Luchmann
HSG Schlaubetal: Möbus, Skrzypczak – Eschenbach 4 (0/1), Heine 3, Preiss 2, Korau 1, Feickert 1 (1/2), Krüger (0/1), Schutty, Jüterbock, Mendyk, Hötzel,
Schiedsrichter: Nico Wall / Nico Skuldzus – das Schiedsrichter-Gespann hatte in einer unaufgeregten Partie wenig knifflige Szenen zu bewerten, hatte die Leitung des Spiels über die gesamte Zeit gut im Griff

 

 

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