Wölfe bei Twitter

Überzeugender Heimauftritt

Wölfe lassen im Derby den Knoten platzen

mtv dahlewitz derbysieg

Die Wünsdorfer Wölfe feiern ihren ersten Saisonsieg. Im Derby gegen Blau-Weiß Dahlewitz überzeugten die Wölfe mit einem starken Auftritt, gewannen am Ende 31:20. Aus einer starken Abwehr heraus agierten die Wölfe mit einem strukturierten Angriffsspiel und sackten so die ersten beiden Punkte der Saison ein. Mehr...

Das erste Corona-Derby für die Wünsdorfer Wölfe. Während der Pandemie müssen Spieler und Zuschauer viele Auflagen einhalten. Zuschauer sind nur begrenzt erlaubt. Wo sonst alles bereitet wäre für eine Handball-Sause ohne freien Sitzplatz, fleißig guter Stimmung und dem üblichen Pils auf der Tribüne, ist in Zeiten von Corona alles auf Schmalspur gestellt. Derby light. Aber immerhin Derby light als Derby ohne. Es darf gespielt werden. Und zwar ein Spiel, in der die Vorzeichen durchaus untypisch sind für die Partie Wünsdorf gegen Dahlewitz.

Sofern man der Tabelle nach dem 2. Spieltag eine Aussagekraft schenken will, wird das Spiel nämlich zum Kellerduell. Die Wölfe empfangen Dahlewitz – Vorletzter gegen Letzter. Sonst tummelte sich bei den Aufeinandertreffen der vergangenen Jahre immer eines der beiden Teams oben in der Tabelle rum, wenn nicht sogar beide. Die Wölfe traten ohne ihren Langzeitverletzten Kreisläufer Justin Rackwitz an. Dirk Becker, der gegen Grünheider in der Vorwoche bereits nach zweieinhalb Minuten das Feld verlassen musste, war quasi wieder zurück und Stand zur Verfügung. Bei Dahlewitz fehlten Neu-Trainer Udo Bernhardt mit Ralf Nowak und Robert Lutze nicht nur zwei wichtige Offensivkräfte, sondern vor allem in der Abwehr zwei große Säulen. Stattdessen trat Dahlewitz mit einigen jungen Gesichtern an.

Ins Spiel: Nach 48 Sekunden eröffnet Moritz Schränkler für den MTV das Derby. Danach tasten sich die Mannschaften erst einmal ab. Auch wenn man in den vergangenen Jahren oft gegeneinander gespielt hat, hat sich doch viel verändert. Personell und taktisch will kein Team zu zögerlich agieren, aber für Hau-Drauf fehlt beiden Seiten nach dem Saisonstart mit zwei Niederlagen auch die dicke Brust. So versuchen die Wölfe wie gewohnt über eine stabile Abwehr in die Partie zu kommen und erntet so erste Erfolge. Dahlewitz hat Schwierigkeiten, sich die richtig guten Wurfchancen zu erarbeiten. „Wir haben zunächst geschaut, was der Gegner uns anbietet. Daraufhin haben wir in der Abwehr mit den richtigen Umstellungen reagiert“, analysiert MTV-Trainer Matthias Wehlmann. 

Trotz der starken Abwehr gelingt es den Wölfen in den Anfangsminuten nicht, sich konsequent einen Vorsprung anzufressen. Die Offensivarbeit ist gut getaktet, aber Dahlewitz erweist sich wie erwartet nicht als Laufkundschaft. Als Bert Bräuer nach 14 Minuten das Tor zum 6:6 erzielt, antwortet Paul Gröpler nur 30 Sekunden später mit dem Führungstreffer. In der Wünsdorfer Halle ist man nach dem ersten Viertel des Spiels zufrieden mit der Performance der Mannschaft und auch mit dem Spielstand. Allerdings ahnt zu diesem Zeitpunkt noch niemand, dass das 6:6 das letzte Unentschieden des Abends bleiben sollte. Die Wölfe kommen immer besser ins Spiel, Dahlewitz merkt man immer mehr die Abwesenheit einiger Schlüsselspieler an.

Spielmacher Nils Seegebrecht erarbeitet sich mit einer tollen Einzelaktion einen Siebenmeter. Eigentlich übernimmt er diese Aufgabe selbst, lässt in diesem Fall aber lieber Neuzugang Lukas Seifert ran – 8:6. Gröpler und Seegebrecht erhöhen dann auf 10:6, die ersten Blicke der Dahlewitzer verraten: Oha, das wird eine harte Nuss. Die Nuss wird kurz darauf für Dahlewitz noch extrem bitter. Pascal Pigeon kommt nach einer Offensivaktion falsch auf, verletzt sich am Knie. Der Rückraumspieler war erst vor kurzem nach einer Knieverletzung ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, muss das Spiel nun vorzeitig abbrechen. Sein Comeback wird leider nur zu einem Kurzauftritt. 

Die Wölfe wünschen Pascal alles Gute und eine schnelle Genesung.

Kurz nach der Verletzung versucht sich Dahlewitz in einer Auszeit neu zu sortieren. Doch das Bild auf der Platte bleibt das Gleiche wie zuvor. Die Blau-Weißen machen ungewohnt viele Fehler. Bereits im Spielaufbau werden Pässe ohne Druck der Abwehr ungenau gespielt. Die Wölfe bekommen so die Chance, den Angriff bereits frühzeitig zu unterbinden. Auch mit den Angriffen, die in die Gefahrenzone gelangen, gehen die Wölfe gut um. Die Abwehr macht die Würfe schwer umsetzbar, Carlo Hirsing im Tor der Wünsdorfer macht den Gästen mit einigen tollen Paraden das Leben zusätzlich schwer. 80 Sekunden vor der Sirene lauert Egor Vikhrov auf einen mal wieder inkosequenten Pass, münzt den Ballgewinn direkt in ein Tor um. 14:7! Wenige Sekunden später erhöht Sven Neuendorf auf 15:7, der Pausenstand. Wehlmann: „Wir haben Dahlewitz in der Abwehr vor einige Probleme gestellt, in dem wir die richtigen Entscheidungen getroffen haben.“ 

Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe – Blau-Weiß Dahlewitz 15:7 

Mit acht Toren (!) Vorsprung geben die Wölfe den Gästen ein richtig dickes Brett zum Bohren. Dennoch macht sich auf der Dahlewitzer Bank Optimismus breit, man könne mit einer guten zweiten Hälfte hier noch was reißen. Einige Dahlewitzer Spieler sind bereits früh aus der Kabine raus wieder auf dem Feld, der zweite Teil der Mannschaft schöpft die Halbzeit komplett aus. Doch den Stein der Weisen haben die Gäste wohl vergeblich in der Kabine gesucht. Die zweite Hälfte beginnt mit einem schnellen Tor von Tobias Ueberschär, danach sieht man Züge eines Handballspiels, die in der ersten Hälfte nicht zu sehen war. Die Partie bekommt eine Giftspritze, enthält plötzlich ungewohnt viele Nettigkeiten und unnötige Härte.

Die Folge: Von den zweiten 30 Minuten wird gerade einmal die Hälfte der Zeit Sechs gegen Sechs gespielt. In der besten Phase stehen sich über eine Zeit von 6:36 beide Teams komplett gegenüber, ansonsten werden Zeitstrafen abgesessen. Wehlmann: „In der zweiten Halbzeit hat mir die Phase um die 45. Minute nicht gefallen. Da hat sich die Mannschaft zu sehr mit den Schiedsrichterentscheidungen beschäftigt.“ Die Unparteiischen Stephan Blume und Mario Nawin lassen trotz der vielen Zeitstrafen einige Dinge ungeahndet, geben beiden Seiten wie schon zuvor viel Freiraum. 

Zwar schmilzt der Vorsprung in der von Wehlmann angesprochenen Phase auf fünf Tore (21:16/47.), doch näher lassen die Wölfe die Gäste an diesem Tag nicht heran. Einen der wenigen effizienten Spielzüge, die Dahlewitz über die Außenpositionen vollendet, radiert Hirsing im Wölfe-Tor mit einer krachenden Fußparade aus dem Spielprotokoll. Stattdessen platzt bei den Wölfen im Angriff endlich der Knoten. Seifert stellt neun Minuten vor dem Ende auf 25:17. Damit stellt er nicht nur den Halbzeit-Vorsprung wieder her, sondern unterstreicht auch seine starke Leistung im Derby. Sieben Tore, sieben Assists – und statistisch kein Einzelkämpfer, denn Spielmacher Seegebrecht will am Ende des Tages die gleiche Statistik aufweisen. „Es macht einfach riesigen Spaß mit ihm zusammen zu spielen“, sagt Seegebrecht. Spaß, der offenbar Früchte trägt. Wenige Sekunden vor Schluss bekommen die Wölfe noch einen letzten Freiwurf, bei dem sich auch Torhüter Nils Barsch nach vorn schleicht. Der Ball landet wider erwarten nicht bei ihm, sondern bei Außenspieler Neuendorf, der den Ball per Heber edel ins Netz streichelt. 

31:20! Während einige Dahlewitzer recht schnell den Gang in die Kabine antreten, feiern die Wölfe den Derbysieg, den ersten Saisonsieg und vor allem eine starke Kollektivleistung. Wehlmann: „Für die Mannschaft war der Sieg extrem wichtig. Es war wichtig für den Kopf, weil die Jungs in den Spielen zuvor auch schon kämpferisch alles gegeben hat und jetzt endlich belohnt wurde.“ Die rund 50 Zuschauer, die in der Paul-Schumann-Halle Zeugen des Spektakels sein durften, feiern mit Hygiene-Abstand die Wölfe. In Zeiten von Corona ein willkommener Moment der Freude. Seegebrecht: „Es war ein Riesen-Spiel! Dafür, dass nur so wenig Zuschauer in die Halle durften, war es eine tolle Stimmung. Wenn ich mir vorstelle, dass die Halle unter normalen Umständen brechend voll gewesen wäre. Und dann hätten wir so ein Spiel gesehen. Das wäre eine Party gewesen.“ 

Ohne Konjunktiv heißt das Ergebnis trotzdem 31:20. Wehlmann: „Ich muss zugeben, dass mich die Höhe des Sieges schon überrascht.“ Der Sieg bringt den Wölfen den ersten Punktgewinn der Saison. Durch die lange Corona-Pause ist der bisher letzte Erfolg satte 223 Tage her! Was nach einer schier endlosen Sieglos-Serie klingt, waren nur zwei Niederlagen zum Saisonstart. Den endgültigen Kaltstart haben die Wölfe verhindert. Wehlmann: „Der Start ist insgesamt natürlich nicht so optimal verlaufen. Es ist aber von Spiel zu Spiel eine Steigerung zu sehen. Wir müssen noch ein paar Schrauben drehen und dann könnte es eine erfolgreiche Saison werden." Durch den Sieg geht es erst einmal auf Platz 8. Dahlewitz behält die Rote Laterne, ist neben der SG Schöneiche das einzige punktlose Team der Saison.

mtv dahlewitz abwehr 1

Wünsdorfer Wölfe – Blau-Weiß Dahlewitz 15:7

Wünsdorfer Wölfe: Hirsing, Barsch – Seifert 7 (1/1), N. Seegebrecht 7 (3/4), Neuendorf 5, Vikhrov 3, Schränkler 2, Gröpler 2, Hawaleschka 2, D. Becker 1, Luchmann 1, P. Engel 1, Vogel, T. Becker
Blau-Weiß Dahlewitz: Bombich, Pafel – Bräuer 4, Friedrich 4, Wagner 3 (1/2), Schlegel 2 (1/1), Beier 2 (1/1), Ueberschär 2, Kost 1, D. Schobelt 1 (1/1), Natusch 1, Pigeon

Gelbe Karten: D. Becker, T. Becker, Seifert – Friedrich, Bräuer, Walter
Zeitstrafen: 6:8 (2x Seifert 2x D. Becker, Vikhrov, Neuendorf – 3x Friedrich, 2x Bräuer, Ueberschär, D. Schobelt, Natusch)
Rote Karten: Friedrich (Blau-Weiß Dahlewitz / 60. wegen dritter Zeitstrafe)
Blaue Karten: –

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.