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Training ausgesetzt, Saison abgebrochen

Das läuft bei den Wölfen trotzdem weiter

reichert

Das Coronavirus hat auch im brandenburgischen Handball den Spielbetrieb lahmgelegt. Für viele MTV-Teams wurde die Saison bereits als beendet erklärt, der Trainingsbetrieb ist komplett eingestellt. Dennoch läuft das Vereinsleben auf anderen Ebenen weiter. Dort ist derzeit Hochkonjunktur angesagt. Mehr...

In der Saison läuft die heiße Schlussphase. Noch gut fünf Wochen, dann ist die Saison vorbei. In den Ligen stehen die Entscheidungen in Meisterschaft und Abstieg noch  an. Wer muss runter? Wer darf feiern? Jeder Sieg, jedes Unentschieden, jede Niederlage kann am Wochenende das entscheidende Ergebnis bringen... Eigentlich sollte dies der Stand sein, wenn man Ende März über den Handball in Brandenburg spricht.

Die Wahrheit sieht aufgrund des Corona-Virus aber anders aus: Im Kalender steht bereits das dritte handballlose Wochenende bevor – und es werden viele weitere folgen. Der Trainingsbetrieb ist komplett unterbrochen, Hallen sind gesperrt, Training in Gruppen ist verboten. Handball-Abteilungsleiterin Christina Weigt: „Man fällt irgendwie in ein Loch, wenn von heute auf morgen plötzlich die Saison nicht mehr da ist. Das ist schon eine ungewöhnliche Situation, die es ja so noch nie gab. In der Hochphase des Trainings ist die Saison plötzlich unterbrochen. Keiner darf in die Halle, man macht nichts mehr außer ein bisschen Sport zuhause.“ Eine Situation, die Disziplin erfordert.

Den Handballern juckt es in den Fingern, aber in dieser Krisenzeit steht die soziale Verantwortung eben an erster Stelle. Deshalb muss der Handball hinten anstehen – und wird dies auch tun. Am Montag wurde beschlossen, dass die Saison im Spielbezirk C beendet ist. Damit ist für alle MTV-Teams außer der ersten Männermannschaft Schluss. Sommerpause – und das Ende März. Dennoch ist das Frühjahr im Vereinsleben auch die Zeit, in der organisatorisch Hochkonjunktur angesagt – und diese lebt weiter.

Hier geht's trotz Handball-Pause weiter

Auch beim MTV plant man derzeit die Zukunft. Weigt: „Die Planungen für die nächste Saison bleiben von der Spielpause unberüht.“ Auch, wenn diese nun anders laufen müssen. Die Kommunikation im Verein ist auf Telefonate, Nachrichten bei WhatsApp und Videokonferenzen heruntergebrochen. „Unser Trainermeeting haben wir per Telefon gemacht. Wir haben mit allen Trainern die Mannschaftsmeldung besprochen und werden diese jetzt über die Nuliga bestätigen“, erklärt Weigt. Auch wenn der Verband in dieser Woche mitteilte, dass die Meldefrist bis zum 30. April verlängert wird, hat der MTV diesen Punkt bereits abgearbeitet. „Wir freuen uns, dass wir in der Planung bereits an diesem Punkt sind. Das zeigt, dass die Lust am Handball hier nicht abgerissen ist.“

Dennoch kann der Verein derzeit nicht alles stemmen. Im Großverein standen neue Vorstandswahlen auf dem Zettel, auch die Wahl zur Abteilungsleitung bei den Handballern hätte wieder stattfinden sollen. Aufgrund des Versammlungsverbots derzeit unmöglich. Es ist dennoch erlaubt, dass die alten Amtsträger weitermachen, bis eine Neuwahl regulär stattfinden kann. Heißt: Auch wenn die Amtszeiten von MTV-Präsident Sven Neuendorf und Abteilungsleiterin Tina Weigt demnächst offiziell enden, dürften sie ohne Neuwahl vorerst weiter Chefs bleiben. Weigt: „Auch wenn offiziell die Amtszeit endet, werde ich natürlich jetzt nicht die Segel streichen.“ Sieht Präsident Neuendorf ähnlich: „Ich bleibe natürlich solange im Amt, bis eine neue Wahl stattfinden kann.“ 

Die Schreibtischarbeit geht also weiter bei den Wölfen. Muss sie auch. Denn die derzeitige Lage geht auch am Verein nicht spurlos vorbei. Finanziell muss der Verein nun noch mehr mit Bedacht handeln. Weigt erklärt: „Die finanzielle Lage muss man derzeit von zwei Seiten betrachten. Zum einen fehlen aus den Heimspielen natürlich die Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Catering.“ Gerade das Derby gegen die SG Schöneiche hätte wohl wie in den vergangenen Duellen wieder als Zuschauermagnet fungiert. Weigt weiter: „Auf der anderen Seite fallen nun natürlich Fahr- und Schiedsrichterkosten weg.“ Ob sich das am Ende ausgleicht, weiß man derzeit noch nicht. „Aktuell bleiben uns nur die Einnahmen über die Mitgliedsbeiträge. Mit denen können wir nicht alle Kosten decken, von daher muss jetzt jede Anschaffung gesondert überdacht werden.“ 

Immerhin: Für die kommende Saison fällt ein Kostenpunkt weg. Der Handballverband Brandenburg übernimmt für die Saison 2020/21 den DHB-Beitrag der Vereine. Auch die HVB-Gebühr (40 € pro Erwachsenenteam, 20€ pro Nachwuchsteam) fordert der Verband diesmal nicht ein. Das verschafft jedem Verein ein wenig Spielraum.

Die Wölfe werden zeitnah ihre Teams für die kommende Saison melden. Ob diese pünktlich gestartet wird, bleibt abzuwarten. Aber man will vorbereitet sein, wenn alles wieder losgehen kann. Denn beim MTV vermisst man die Gemeinschaft. Weigt: „Nicht mehr Handball spielen, nicht zuschauen und auch das Ehrenamt nur noch begrenzt ausführen zu können. Das fehlt einem schon. Ich denke, so geht es vielen.“ Dementsprechend wird die Freude wohl groß sein, wenn es wieder aufs Feld geht. „Wir hoffen natürlich, dass der Zuschauerandrang im Herbst so groß ist, dass wir in der neuen Saison neben unseren großartigen Fans auch wieder den ein oder anderen Zuschauer mehr in die Halle locken können, um besten Handballsport in der Stadt Zossen zu sehen.“ Denn nach der Corona-Pause geben die Spieler sicher gesondert Vollgas, wenn sie endlich wieder auf die Platte dürfen.

 

 

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