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Gerät der MTV noch in Abstiegsnot?

Die Wölfe vor den Wochen der Wahrheit becker becker

Die Wölfe kassierten beim Derby in Dahlewitz bereits ihre neunte Saisonniederlage im 13. Spiel. Dabei ließ das Team auch Punkte liegen, die mitunter leichtfertig vergeben wurden und eigentlich auf dem eigenen Konto anstatt auf dessen des Gegners sein könnten. Die könnten am Saisonende im schlimmsten Fall sogar fehlen. Dennoch geht das Rudel mit viel Optimismus in die kommenden Aufgaben. Mehr…

Erschöpft vom langen Kampf und enttäuscht vom Ergebnis saßen einige Spieler stumm auf Feld in der Dahlewitzer Halle. Was für ein tolles Spiel hatte man hier gerade abgeliefert, aber es einfach nicht zu Ende gebracht. Bei der 28:29-Niederlage in Dahlewitz lieferten die Wölfe eine starke Performance, mussten am Ende aber den anderen beim Jubeln zusehen – mal wieder. 

Zeit, den Kopf hängen zu lassen, bleibt aber nicht. Nur kurz hatte man die Chance, den verlorenen Punkten hinterher zu trauern. Bereits am Dienstag gingen die Blicke deshalb schon wieder nach vorn. Die Mannschaft saß vor dem Training noch einige Zeit in der Kabine, analysierte die Fehler und die positiven Aspekte. Dabei herrschte in der Mannschaft schnell Einigkeit.

Dann ging es direkt in die Vorbereitung auf Samstag. Dort empfängt der MTV den MBSV Belzig in heimischer Halle. „Wenn man auf die Tabelle schaut, muss man feststellen, dass für uns die Wochen der Wahrheit beginnen“, bringt es Routinier Dirk Becker auf den Punkt. Die aktuelle Situation birgt nämlich Gefahren: Die Wölfe liegen auf Platz 8 der Liga (7:19 Punkte aus 13 Spielen). Der kommende Gegner aus Belzig hat erst 11 Spiele absolviert (7:15 Punkte), steht auf Platz 7. Auf Platz 9 liegt die SG Schöneiche (auch 7:19 Punkte). Und der Vorsprung bis zum Tabellenende ist gering. Die HV Luckenwalde 09 hat 6:20 Punkte auf Platz 10, der HC Spreewald II 4:22 Punkte auf Platz 11.

Die nächsten Gegner: Zuhause gegen Belzig (22. Februar), beim HC Spreewald II (1. März) und zuhause gegen die SG Schöneiche (7. März). Spiele, in denen nicht nur die Performance, sondern auch die Ergebnisse stimmen müssen. Denn: Noch ist nicht klar, ob das Abstiegsgespenst in dieser Saison durch die Verbandsliga Süd geistert oder nicht. Es hat seinen Besuch weder zu- noch abgesagt. Die Situation bleibt wie immer bis zum Saisonende unklar. Fakt ist: Die Möglichkeit, dass aus der Verbandsliga Süd der Tabellenletzte absteigt in die Landesliga, besteht. 

„Optimistisch, dass wir was reißen werden“

Trainer Matthias Wehlmann beruhigt: „Ich habe derzeit ehrlich gesagt keine Angst, dass wir am Ende der Saison als Tabellenletzter dastehen. Wir werden im Training daher keinen Druck aufbauen. Ich habe vollstes Vertrauen in die Mannschaft.“ Bei der spielerischen Betrachtung der vergangenen Spiele hat der MTV auch Grund genug zum Optimismus, schließlich agierte man mit dem Drittplatzierten der Liga auswärts auf Augenhöhe. Wehlmann: „Jetzt kommen die Gegner, die sich in unserer Tabellenregion befinden. Da müssen wir natürlich was reißen. Ich bin aber sehr optimistisch, dass wir das tun werden.“ So will der MTV gar nicht in mögliche Abstiegs-Rechnereien verstrickt werden.

Die sieht in der Theore derzeit so aus: Aus der Brandenburgliga steigen zwei Mannschaften sicher ab und würden somit die beiden Aufsteiger aus der Nord- und Südstaffel (derzeit 1. VfL Potsdam II und HC Bad Liebenwerda) ersetzen. Aus den drei Landesliga-Staffeln drängen die drei Meister in die beiden Verbandsliga-Staffeln (aktuell: Berolina Lychen im Norden, Grünheider SV III in der Mitte, HC Bad Liebenwerda II im Süden). Dann müsste es zwei Absteiger geben. Denn: In dieser Saison startete die Nordstaffel mit 12, die Südstaffel nur mit elf Teams. Ein Aufsteiger könnte also so aufgenommen werden. Aber die Frage des zweiten wäre offen.

Eine Möglichkeit: Der 12. im Norden steigt ab. Die beiden Tabellenelften könnten eine Relegation um den Abstieg spielen. Viel Konjunktiv. Die sportliche Lage bleibt so oder so bis zum Saisonende unklar. Denn in den Staffeleinteilungen für die kommende Saison spielt natürlich auch eine Rolle, wie viel Landesliga-Meister ihr Aufstiegsrecht wahrnehmen und wo die beiden bereits feststehenden Brandenburgliga-Absteiger Grünheider SV II und SV Lok Rangsdorf (zogen beide ihre Mannschaften zurück) starten. Startet Grünheide II wieder in der Verbandsliga, dürfte Grünheide III im Falle einer Meisterschaft in der Landesliga nicht aufsteigen. Dann würde sich die Frage stellen, ob wer anders aufsteigt. Noch mehr Konjunktiv.

„Die Wichtigkeit der Spiele muss jedem bewusst sein“

Fakt ist: Um sicher in der Liga zu bleiben, sollten die Wölfe also mindestens auf Platz 10 landen. Das haben sie selbst in der Hand. Becker: „Ich hoffe, dass im Verein und auch im Umfeld jedem Anhänger unserer Mannschaft die Wichtigkeit der nächsten Spiele bewusst ist und uns jeder unterstützt. Die Mannschaft wird es mit Kampf und Leidenschaft zurückzahlen.“ Es werden also krachende Heimspiele gegen Belzig und Schöneiche. Geile Spiele vor vollem Haus! Und gerade gegen Belzig heißt es, besser auszusehen als zuletzt. Im Hinspiel setzte es eine krachende 25:36-Pleite beim MBSV. Schon in der Vorsaison verloren die Wölfe in Belzig mit 30:31. Aber: Auch wenn der MBSV ein Gegner ist, der nicht ideal gebacken ist für die Wölfe, siegte der MTV in der Vorsaison im Heimspiel 29:19. Ein Sieg, der in der aktuellen Phase balsam für die Seele wäre. Aber auch bei einem knappen Spielverlauf wollen die Wölfe diesmal nicht diejenigen sein, die nach Abpfiff auf der Platte sitzen und anderen beim Feiern zusehen. 

Das Spiel gegen Belzig soll auch die erste Heimparty für Neuzugang Moritz Schränkler werden. Der 26-jährige stieß kurz vor Weihnachten zum Rudel, debütierte am vergangenen Sonntag. Der Allrounder präsentiert sich am Samstag erstmals dem Heimpublikum und soll vor allem in der Abwehr wieder fleißig arbeiten. Die Ansätze zeigte er beim Derby bereits, am Samstag werden er und seine Nebenleute defensiv gesondert gefordert sein. Mit Justin Rackwitz fällt nämlich ein wichtiger Defensiv-Baustein der Wölfe aus. Weiterhin fehlen wird auch Flügelflitzer Tim Wendland. Er wird im gesamten Endspurt wegen eines angerissenen Außenbandes und eines angebrochenen Sprunggelenks ausfallen. Guter Dinge sind die Wölfe trotzdem. Becker: „Als Positives für diese Spiele können wir unsere sehr gute Abwehrleistung in Kombination mit den Torhütern mitnehmen. An dem Rest werden wir weiter arbeiten und dann am nächsten Wochenende Belzig mit allem, was wir haben bekämpfen.“ Die Wölfe sind also bereit, der Abstiegs-Rechnerei am Samstag gleich den ersten Strich durch die Rechnung zu machen.

Samstag, 22. Februar 18.30
Wünsdorfer Wölfe – MBSV Belzig