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Spannendes Derby mit knapper Niederlage

Dahlewitzer Lok-Block bezwingt Fehlerchen-Wölfe

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Die Wünsdorfer Wölfe haben ein attraktives und spannendes Derby gegen Blau-Weiß Dahlewitz mit 27:28 verloren. Trotz einer spannenden und packenden Aufholjagd, welche die Schlussphase noch einmal richtig heiß machte, waren die Wölfe den Blau-Weißen unterlegen. Dabei trumpften vor allem die Dahlewitzer Neuzugänge auf und unterstrichen, dass die Blau-Weißen eine neue Qualität an den Tag legen. Die Wölfe indes hatten die Punkte auf der Hand, leisteten sich aber zu viele kleine Fehler. Mehr...

von Conrad Hipp
Fotos: Julia Ehmig

Es war wieder Derbyzeit im Wolfsrevier. Nur diesmal änderten sich kurzzeitig die Vorzeichen. Nach dem in der Vorsaison ein Spiel an die Wölfe ging und das Rückspiel an Dahlewitz, wartete man freudig auf das nächste spannende Duell mit offenem Ausgang. Während die Wölfe schon zwei Auftritte hatten, bekam Dahlewitz eine Einspielzeit für ihr neues Spiel. Nach dem die Brandenburgliga-Mannschaft des SV Lok Rangsdorf sich auflöste, bekam Dahlewitz fünf neue Spieler aus der Nachbarschaft, die der Mannschaft eine neue Qualität verleihen, aber die auch integriert werden müssen. Auch vor dem Spiel betont der verletzte Spielmacher Daniel Werner, dass die Rangsdorfer ein ganzes anderes Spiel gewohnt sind. Eine Chance für die Wölfe?

mtv bwd nils egorDahlewitz ist zwar durch die Neuzugänge in der Favoritenrolle, aber die Wölfe wollen nichts unversucht lassen, im Derby den Dahlewitzern doch irgendwie Punkte abzuknüpfen. Schon frühzeitig füllt sich die Wünsdorfer Halle. Kurz vor Anpfiffen traben dann auch die Blau-Weiß-Trommeln in den Gästeblock. Die Halle ist voll, die Zuschauer in Erwartung auf ein heißes Derby. Und die Spieler in der Laune, die Erwartungen zu erfüllen. 

Der Start hat schon einiges in sich. Im MTV-Tor pariert Nils Barsch gleich den ersten Siebenmeter, Dahlewitz beginnt trotzdem mit einem enormen Offensivdruck, gibt der Wünsdorfer Abwehr schon frühzeitig eine Aufgabe nach der nächsten. Eine Abtastphase ist nicht existent, beide Teams bearbeiten sich sofort. Nach dem Dahlewitz mit 2:0 in Führung geht, gleichen die Wölfe postwendend wieder aus (2:2/5.). 

Die Wölfe halten mit der starken Dahlewitzer Mannschaft gut mit. Bei den Gästen geht das Spiel zum Großteil über den Rangsdorf-Block Ralf Nowak, Robert Lutze und Dominik Schobelt, die an diesem Spieltag zum Dahlewitz-Kader gehören. Lutze dirigiert das Spiel, Schobelt macht Druck von außen und Nowak ist immer ein Unruheherd am Kreis. Das Trio zeigt, wie eingespielt es aus der Rangsdorfer Zeit ist, spielt fast die gesamte Spielzeit durch und reißt das Spiel förmlich an sich. So geht Dahlewitz nach einer Viertelstunde erstmals mit drei Toren in Führung. Schobelt erzielt das 7:10. Doch die Wölfe halten defensiv dagegen, stämmen sich auch gegen starken Offensivdruck der Blau-Weißen. 

Allerdings machen sich die Wölfe das Leben selbst schwer, in dem sie in der Offensive selbst nicht auf der Höhe sind. Immer wieder passieren leichtfertige Abspielfehler oder andere technische Fehler. So lassen die Wölfe einige Angriffe liegen, ohne überhaupt eine Torchance herauszuarbeiten. Lukas Kuschel trifft kurz vor der Pause zum 12:14. Der MTV hält die Partie also noch völlig offen.

Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe - Blau-Weiß Dahlewitz 12:14

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Auch in der zweiten Hälfte ereignet sich ein ähnliches Bild. Das Dahlewitzer Spiel läuft fast ausschließlich über das Rangsdorfer Trio (machten insgesamt 18 der 28 Tore). Der MTV ist oftmals nicht in der Lage, der Kombinationsvielfalt oder den Eins-gegen-Eins-Situationen Stand zu halten. So läuft bei Dahlewitz spielerisch wenig der Ball durch die Reihen, sonder mehr über die Stationen Lutze, Schobelt, Nowak. Die beiden Letzteren stellen zu Beginn der zweiten Hälfte auch auf 14:18, bringen Dahlewitz so mit vier Toren in Front. Die Wölfe laufen hinterher, lassen sich aber nicht abschütteln.

Trainer Matthias Wehlmann:  „Ich bin sehr beeindruckt, was die Mannschaft hier kämpferisch abgeliefert hat.“ Die Wölfe beißen sich wieder heran, in dem sie die Abwehr etwas umsortieren. Der Fokus wird jetzt darauf gelegt, schon den Spielaufbau zu stören. Jetzt wird Dahlewitz offensiv neu gefordert. Die Verantwortung wird jetzt auf andere Schultern verteilt, und die haben damit zunächst Probleme. So ackert sich der MTV wieder heran, trifft durch einen sehenswerten Rückhandtreffer von Geburtstagskind Justin Rackwitz sogar zum Anschluss (23:24/53.). Alles wieder offen und die Schlussphase ist angebrochen.

Die letzten Minuten beginnen zunächst mit einem Rückschlag. Schobelt und Lutze treffen zum 23:25 und 23:26. Drei Tore Rückstand bei noch sechs Minuten. Ein dickes Brett, was die Wölfe aber durchbohren. Lutze läuft nach seinem Treffer durch den Anwurfkreis, behindert so den ersten Pass von Rackwitz. Folgerichtig muss er für zwei Minuten runter. Die Überzahl nutzt der MTV. Wendland erzielt das 24:26, Nils Seegebrecht besorgt den Anschluss und auch gegen sechs Dahlewitzer kurz darauf den Ausgleich. Die Wölfe schnuppern jetzt an einem Sieg, weil in der Schlussphase auch die Fehlerquote gesenkt wird. Die Passquote stimmt jetzt, auch die kleinen technischen Fehler sind jetzt aus dem Spiel. Dahlewitz kann zwar wieder die Führung übernehmen, doch durch Wendland gelingt direkt der erneute Ausgleich. Als Bert Bräuer zum 27:28 trifft, zieht Wehlmann 62 Sekunden vor dem Ende die Grüne Karte.

Die Schlussminute läuft dann allerdings komplett gegen die Wölfe. Nach nur wenigen Sekunden wird passives Spiel angezeigt. Der darauffolgende Torwurf findet nicht den Weg ins Tor. Der letzte Angriff gehört Dahlewitz. Aber auch die Blau-Weißen vertendeln den Ball. Wenige Sekunden vor dem Ende pfeifen die Schiedsrichter den Angriff der Dahlewitzer zurück. Deutlich nach dem Pfiff wirft Lutze den Ball weg. Bis die Uhr angehalten wird, vergehen drei wertvolle Sekunden. Bitter für die Wölfe: Die Sekunden sind verstrichen und auch das Wegwerfen des Balles wird nicht geahndet. Statt einer Zeitstrafe und eines Siebenmeter, weil die letzten 30 Sekunden angebrochen waren, gibt es nach der Sirene einen Freiwurf vom eigenen Neunmeterkreis. So feiert Dahlewitz den Derby-Sieg und ihren Rangsdorf-Block, der für Blau-Weiß eine spielentscheidende Bedeutung hatte. Die Wölfe bleiben ohne Punkte zurück und müssen sich ankreiden, zu viele kleine Fehler gemacht zu haben. Dennoch zeigte das Rudel eine enorme Moral und machte Dahlewitz das Leben extrem schwer.

In der Tabelle rutschen die Wölfe auf Platz 7 ab, haben jetzt zwei Niederlagen und einen Sieg auf dem Konto. Am kommenden Wochenende geht's für die Wölfe zum MBSV Belzig. Belzig gelang am ersten Spieltag ein 27:27 in Luckenwalde. Gegen Schlaubetal gab es eine 27:31-Heimniederlage.

Der Vi Tva Man of the Match

Max Hawaleschka feierte bereits gegen Chemie Guben nach einer Fußverletzung sein Comeback, ließ die Auszeit im Spiel gegen Dahlewitz jetzt endgültig hinter sich. Zwar leistete sich auch der Flügelflitzer wie seine Kollegen kleine Fehler wie einen vergebenen Konter, dennoch zeigte Hawaleschka eine überzeugende Leistung. So erzielte er sieben Tore selbst (Wurfquote 63%), bereitete fünf weitere Treffer vor, war somit Topwerfer und Topvorbereiter (gemeinsam mit Nils Seegebrecht, der ebenfalls fünf Tore vorbereitet). 

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Wünsdorfer Wölfe - Blau-Weiß Dahlewitz 27:28 (12:14)

Wünsdorfer Wölfe: Barsch (2/6 gehalten) - Hawaleschka 7, N. Seegebrecht 5 (2/2), Gröpler 4, Wendland 4, Vikhrov 3, D. Becker 2, Kuschel 1, J. Rackwitz 1, Benz, T. Becker, Ulbrich, Baumann, Zühl
Blau-Weiß Dahlewitz: Bombich (0/1 gehalten), Telker (0/2 gehalten) - D. Schobelt 8 (2/3), Lutze 6, Nowak 4 (1/2), Bräuer 3, Natusch 3, Pfeiffer 1, Teising 1, Beier 1 (1/1), M. Schobelt 1, Kost, Schley
Schiedsrichter: Steffen Kaußmann / Kai Argewalt

Gelbe Karten: Gröpler, T. Becker, Baumann - Lutze, Bräuer, Natusch
Zeitstrafen: 4:4 (J. Rackwitz, Hawaleschka, Wendland, Baumann - Lutze, Nowak, Natusch, Teising)
Rote Karten: -
Blaue Karten:

Siebenmeter: 3/3 (100%) - 4/6 (66,6%)
Wurfquote: 27/40 (67,5%) - 28/55 (50,9%)